The project is divided into a practical and a theoretical component. In collaboration with a small group of women, the dolls are produced and their biographies recorded. In the course of the project, one biography is chosen to be spoken by a series of dolls. All the biographies, including their translations and photos of possible drop-off sites will be posted to the website. The number of dolls in each series depends on the number of sentences in the biography concerned. –>
Die Realisation und die Übertragung des Projektes aus dem kulturellen in den öffentlichen Raum jedes teilnehmenden Landes besteht aus drei Elementen: der Präsentation des Archivs, dem Drop off und dem Expert Meeting| der Debatte.
Archiv
8.- 21. Oktober 2009
Kubus EXPORT
Lerchenfelder Gürtel | Stadtbahnbogen 43, Josefstädter Straße | Uhlplatz
Expert Meeting | Debatte
16. Oktober 2009
KUNSTHALLE wien project space
Treitlstrasse | Karlsplatz
Am 16. Oktober finden das Seminar der Experten und das Drop off statt. Ausgehend von TBDWBAJ wird die Frage der Effektivität und die Legitimität der Intervention in gesellschaftlichen Bereichen mit den Mitteln der bildenden Kunst behandelt. In Wien steht die Auseinandersetzung und Erörterung des Themenbereiches Handeln im Bezug auf Gewalt und Macht im Zentrum.
Drop off
18.00
ab KUNSTHALLE wien project space
Treitlstrasse | Karlsplatz
Experts
Peter Weibel (keynote)
Universität für Angewandte Kunst,
Medientheorie
A Wien
Zentrum für Kunst und Medientechnologie
D Karlsruhe
WochenKlausur
Wolfgang Zinggl
A Wien
Thomas Mießgang
leitender Kurator Kunsthalle Wien
A Wien
Hanne Seitz
Ästhetische Praxis|Ästhetische Bildung
Fachhochschule Potsdam
D Berlin
Eva van Rahden
Kommunikations- und Theaterwissenschafterin
Volkshilfe Wien
SOPHIE-BildungsRaum für Prostituierte
Lucas Lenglet
Künstler
NL Amsterdam
Christine Hohenbüchler
Künstlerinnen Christine und Irene Hohenbüchler
Technische Universität Wien
A Wien
Tina Leisch
Regisseurin, Journalistin und politische Aktivistin
A Wien
Iva Prosoli
Kunsthistorikerin
Museum City of Zagreb
HR Zagreb
Ivana Borovnjak
Designtheoretikerin
Kuratorin TBDWBAJ HR
HR Zagreb, NL Amsterdam
Corinna Obrist
Psychologin
Leiterin der Frauenabteilung
Justizanstalt Favoriten
A Wien
Marty Huber
Sprecherin, Dramaturgin und Queere Aktivistin
IG Kultur Österreich
A Wien
Shird-Dieter Schindler
Arzt
Leiter der Diagnostikambulanz
Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe
Otto Wagner Spital, Abteilung für Drogenkranke
A Wien
Alexandra Landré
Kunsttheoretikerin
Lektorat Gerrit Rietveld Academie Amsterdam
Kuratorin TBDWBAJ Wien
NL Amsterdam
Draft Thema Expert Meeting
Alexandra Landré, Peter Weibel, U.M.
Beobachtung I
Auffallend an der Matrix ist die chronische Anwesenheit von Gewalt im Leben der Teilnehmerinnen. Hier kann man die dargelegte Gewalt als eine Umgangsform innerhalb unserer Gesellschaft sehen. Auf subtile Weise wird Gewalt in diesem Projekt weiter thematisiert ohne dabei plakativ zu sein bzw. bestehende Klischees zu illustrieren. Der Begriff Gewalt stammt von walten und hat somit die ursprünglich neutrale Bedeutung etwas bewirken zu können. Im heutigen Sprachgebrauch hingegen hat das Wort eine meist negative Bedeutung. Im Lateinischen wird die negative Form von Gewalt (violentia) von der positiven Gewalt (potestas) unterschieden, was im heutigen Englisch mit den Begriffen violence und power Ausdruck findet.
In TBDWBAJ lässt Gewalt sich sowohl in seiner negativen Definition wiederfinden, als auch in der oben angegebenen positiven Definition als Form von Macht, Staatsgewalt - Beispiel hierfür ist das Gefängnis als Arbeitsort. Auch im kulturellen und öffentlichen Raum, in dem sich das Projekt bewegt, wird dieser Teil der Gewalt angeschnitten. Vor allem im öffentlichen Raum wird das symbiotische Verhältnis von Gewalt und Macht deutlich. In diesen Rahmen werden die zerbrechlichen Puppen gedropt und dem Handeln eines unbekannten Publikums ausgeliefert werden - und somit auch der Möglichkeit des gewaltsamen Verhaltens.
Die Puppen werden von den Bewohnern bzw. Besuchern einer Stadt angenommen oder abgewiesen, ignoriert oder zerstört.
Wenn der Passant die Puppe ignoriert, passiert nichts.
Wenn der Passant die Puppe aufhebt, wird ihr Biografiefragment hörbar.
Wenn der Passant die Puppe umdreht, ist auf ihrem Rücken der Name und das Geburtsjahr der Drogenabhängigen zu sehen.
Wenn der Passant die Puppe zurücklegt, hört sie auf zu sprechen.
Wenn der Passant die Puppe mitnimmt, wird sich ihr weiteres Bestehen im privaten Raum des Passanten abspielen, ebenso behütet oder schutzlos wie das Leben des Kindes innerhalb eines Familienverbandes, kaum wahrnehmbar für die Öffentlichkeit. Wenn der Passant die Puppe zerstört, endet ihr Dasein.
[Auszug Website www.thisbabydollwillbeajunkie.com]
Im Allgemeinen bleibt die Betrachtung über die Verarbeitung von Gewalt und Macht ein gesellschaftlich relevantes Thema, dem man sich aus verschiedenen gesellschaftlichen Perspektiven nähern kann.
Einige Menschenleben sind betrauernswert und andere sind es nicht; die ungleichmäßige Verteilung von Betrauernswürdigkeit, die darüber entscheidet, welche Art von Subjekt zu betrauern ist und betrauert werden muss und welche Art nicht betrauert werden darf, dient der Erzeugung und Erhaltung bestimmter ausschließender Vorstellungen, die festlegen, wer der Norm entsprechend menschlich ist: Was zählt als ein lebenswertes Leben und als betrauernswerter Tod?
[Judith Butler: Gefährdetes Leben. Politische Essays. Frankfurt am Main 2005]
Dass Häftlinge im heutigen (westlichen) Gefängnis ein lebenswertes Dasein zu führen scheinen – versorgt mit Nahrung und Bett – gilt in der öffentlichen Meinung als eine Schwächung des Sanktionseffektes: staatsrechtliches Auftreten muss als eine vergeltende Maßregel glaubwürdig wahrnehmbar sein.
[vergl. Michael Foucault: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt am Main 1994]
Seit der Verminderung der Körperstrafe, öffentlicher Bloßstellung, Züchtigung und Folter in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zieht sich die ‘peinliche Frage’ bis in die heutige Diskussion über moderne Rechtsprechung hin, wie denn ohne fühlbare und sichtbare körperliche Gewalt zu strafen sei.
[vergl. Michael Foucault: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt am Main 1994]
Die ‘Antwort’ wurde durch G. de Mably: De la législation, [Œuvres complètes, 1789, Bd. IX, S. 326.] schon im 18. Jahrhundert auf erstaunlich simple Weise formuliert: Weniger Grausamkeit, weniger Leiden, größere Milde, mehr Respekt, mehr ‘Menschlichkeit’ bewirken eine Verschiebung im Ziel der Strafoperation.
Das heißt: Wenn der Körper nicht gestraft werden darf, dann muss ein adäquater Ersatz gefunden werden, der das Herz, das Denken, den Willen, die Talente: - die Seele- trifft. […]
[vergl. Michael Foucault: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt am Main 1994]
aus: Jugend Wohn Zimmer. www.ulrikemontmann.nl
Fragen:
Inwieweit kann man von einer Ignoranz, einer kollektiven Akzeptanz von Gewalt im privaten Raum sprechen?
Wie ist das Verhältnis / die Beziehung bei:
Dialektisches Verhalten - Macht / Staatsgewalt / Macht / Selbstbestimmung
Staatsgewalt / Erziehungsgewalt — Wertschätzung / Trauer, bzw. die gesellschaftliche Zustimmung, Betrauernswertes erfahren zu haben.
Beobachtung II
Fragestellungen über mögliche Verhaltensformen und dem damit verbundenen Handeln ziehen sich wie ein roter Faden durch das TBDWBAJ Projekt: was bedeutet Handeln als Künstler und als Mensch, mit welcher Konsequenz und mit welcher Verantwortlichkeit? Die Schriften der Denkerin Hannah Arendt bilden vom Arbeitsprozess bis zum Akt des Drop off einen wichtigen Teil der philosophischen Grundlage der Arbeit. Handeln kann folgendermaßen verstanden werden:
Das Handeln ist die einzige Tätigkeit der Vita activa, die sich ohne die Vermittlung von Materie, Material und Dingen direkt zwischen Menschen abspielt. Die Grundbedingung, die ihr entspricht, ist das Faktum der Pluralität, nämlich die Tatsache, dass nicht ein Mensch, sondern viele Menschen auf der Erde leben und die Welt bevölkern. Zwar ist menschliche Bedingtheit in allen ihren Aspekten auf das Politische bezogen, aber die Bedingung durch Pluralität steht zu dem, dass es so etwas wie Politik unter Menschen gibt,[…]
[Hannah Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben. 1958]
Bei TBDWBAJ stehen nicht die emotionalen Facetten oder schockierende Ansichten und vor allem die sensationellen Images, z.b. aus dem Gefängnis, z.b. die Schauerbilder abgelebter Junkies im Vordergrund, sondern es geht um das Benennen von Fakten, um das Thema In- und Outcast in neuer Perspektive zu betrachten. Es geht nicht um das Herstellen sentimentaler Einzel-Beziehungen oder um das Kreieren konsum(un)freundlicher Situationen, sondern um die Option menschlichen Intervenierens als (Basis-)Kunstbegriff einzuführen - was Denken, Reflexion und Stellungnahme voraussetzt und einbezieht.
Die verschiedenen Räume in denen sich TBDWBAJ abspielt, stellen auch unterschiedliche Handlungsräume dar. Der isolierte Raum kennzeichnet sich durch eine rigide Struktur, in dem es um das Überleben geht. Die Teilnahme der Inhaftierten und im Besonderen das Erstellen der Matrix beamt die drogenabhängigen Frauen in einen anderen gesellschaftlichen Stellenwert - mit Betonung auf: Wert: die sogenannte kalte Biografie gibt den Teilnehmern buchstäblich eine (eigene) Stimme, die nicht gekoppelt ist an Strafe oder Belohnung. Teilnehmer erfahren diese Arbeit als (oftmals erste) selbstbestimmte Aufgabe.
Im kulturellen, öffentlichen und virtuellen Raum wird das Produkt TBDWBAJ angeboten, in der Form der Biografie und dem Bild der Puppe. Die Puppe erlaubt das Verhalten zum Anderen. Die Position des Autors wird aufgebrochen und an dessen Stelle tritt ein Netzwerk von Personen, die hinzugezogen werden, und Beziehungen untereinander durch handeln zu manifestieren.
[…] Der mit der Globalisierung einhergehende Verlust an Tradition und die Schwächung sozialer Institutionen provozieren eine Individualisierung der Lebensformen, die einerseits Destabilisierung und Entscheidungsohnmacht mit sich bringen, andererseits aber auch Selbstbestimmung und Eigenverantwortung ermöglichen. Paroli soll sowohl kulturpessimistischen wie auch jenen optimistischen Positionen geboten werden, die am Horizont bereits den allseits kommunikativen, eigenverantwortlichen, im Netzwerk organisierten und im Multitasking produktiven Menschen erblicken. Die Menschen sind den instabilen Verhältnissen und dem hohen Entscheidungsdruck nicht ohnmächtig ausgeliefert, vielmehr evoziert die veränderte Lage auf ihrer Rückseite alltagstaugliche Praktiken, mit denen – ganz nach Art der in diesem Buch beschriebenen Konglomerationen – Handlungskohärenz, Sinnzusammenhang und Zugehörigkeitserfahrung erfahrbar und herstellbar werden. […]
aus: Temporäre Komplizenschaften | Künstlerische Intervention im sozialen Raum. Hanne Seitz
Fragen:
In wie fern kann die Erweiterung des Handlungsraumes die Erreichbarkeit einer Randgruppe oder Individuen beeinflussen oder ansetzen zu einer kritischen Bespiegelung? Gibt es eine Qualität des Handelns, wenn ja, welche Faktoren bestimmen diese (z.B. Moral, Ethik, Verantwortung)?
Beobachtung III
In dem oben genannten Zusammenhang kann Handeln als ein Mittel gesehen werden, wodurch sich eine demokratische Gesellschaft auf Grund der Pluralität kontinuierlich selbst realisiert. Dieser Prozess einer demokratische Gesellschaft wird widerspiegelt in unserem Verständnis des öffentlichen Raumes als ein demokratischer Raum. In der Realität wird die Anwesenheit der zu Randgruppen etikettierten und unerwünschten Teilnehmer einer Gesellschaft (zunehmend?) abgewehrt und stellt damit die Pluralität der Öffentlichkeit in Frage. [….]
Fragen:
In wie fern kann von einer demokratischen Öffentlichkeit noch die Rede sein, wenn Randgruppen einer Gesellschaft hier verwehrt oder ausgeschlossen werden und wer waltet über diese Öffentlichkeit?
Folgt aus der Ent-Demokratisierung des öffentlichen Raumes konsequenterweise die Ent-Demokratisierung der Gesellschaft?
Beobachtung IV
THIS BABY DOLL WILL BE A JUNKIE ist bisher in fünf verschiedenen Ländern realisiert worden und agiert auf der Schnittstelle von Gewalt/Macht, Handeln und Öffentlichkeit. Der Bezug zu einer gesellschaftlich isolierten Randgruppe und das Sichtbarmachen Unsichtbarer (Biografien) ist ein empfindliches Thema in jeder Gesellschaft. Der Einsatz von künstlerischen Mitteln führt zu anderen Informationen, die eine andere Differenzierung im Umgang mit dem Thema ermöglichen kann.
Die konzeptuelle Architektur des Projektes ist gleichzeitig ein modulares System, das sich in den verschieden Ländern realisieren lässt. Die Erarbeitung eines Archive ergibt in jedem Land Informationsgrundlagen, die Fragen verursachen über die allgemeine öffentliche Meinung über Gesellschaftsprioritäten: Drogenabhängigkeit ist – wie jegliches Nicht-Funktionieren - eine Frage persönlicher Unfähigkeit und die Verantwortung für die Folgen der Drogenabhängigkeit trägt prinzipiell und ausschließlich der/die Abhängige. Die Intervention wird in den verschiedenen Räumen subtil als Mittel eingesetzt, um andere Fragen zu formulieren und eine andere Beziehung zum öffentlichen Bewusstsein herzustellen - und somit einen neuen Handlungsraum einzurichten. –>
W139 - AMSTERDAM
Exhibition and production space for contemporary art
In conjunction with the exhibition Liefde in de Stad / Love is like Oxygen
September - October 2007
A collaborative project involving W139, Paradiso and SKOR.
PANEL MEETING: Friday 21 September 2007 starting at 17.00 hours
In connection with dropping at 15.00 hours, Hester van de Beuken series [twenty-two dolls]
The debate will focus on the effectiveness and legitimacy of intervention by the visual arts in social issues
PANEL: Carolien Gehrles (member of Amsterdam municipal executive, culture portfolio, Amsterdam), Judith Vega (philosopher, gender studies), Jonas Staal (visual artist), Jeroen Boomgaard (lecturer on art and public space, Rietveld Academy and UvA), Willemijn Los (director, Amsterdam Drug Users Union MDHG), Doede Hardeman (art historian and curator, Gemeentemuseum The Hague), Jan-Willem Schrofer (director, National Academy of Art), Erik Hagoort, (art theorist), Michael Tedja (visual artist), Ruud Kaulingfreks (philosopher), Greet Kuipers, (psychiatrist), Hester van de Beuken (biography series NL-Amsterdam), Marieke van Doorninck (member of municipal council).
MODERATORS: Gijs Frieling, (visual artist, director W139), Marjolein Schaap (art theorist)
(audio) summary of this meeting: pdf download
PROPOSITIONS
1a)
Discourse l’intervention de même – l’invention de l’autre.
Jacques Derrida on the effectiveness of intervention by the visual arts in social themes.
1b)
What may be at the core of an intervention of the self, the invention of the other, in the year 2007, in the city of Amsterdam.
Action, the only activity that goes on directly between men without the intermediary of things or matter, corresponds to the human condition of plurality, to the fact that men, not Man, live on the earth and inhabit the world. While all aspects of the human condition are somehow related to politics, this plurality specifically the condition – not only the conditio sine qua non, but the conditio per quam – of all political life. 1) and 2)
Hannah Arendt The Human Condition, 1958
2a)
How can we define action, and what consequences does this have for the artist, for a perhaps unexpectedly involved public? Who is given, and bears, responsibility for what?
3a)
Development of a perspective; how do we relate to criteria that we are not yet aware of, or that we actually do not understand?
The other is always strange to me and cannot be traced back to the self, yet the other can touch and move me, take me beyond my place.
… the private, self-centredness, needs as its counterpart the public, solidarity, responsibility. To put it more strongly, after the collapse of the ’big stories’ (Lyotard), what remains, as the final truth, is the unassailable value of the other, all that remains is ethical concern.
paraphrased freely from Emmanuel Levinas, MS 3)
Some lives are grievable, and others are not; the differential allocation of grievability that decides what kind of subject is and must be grieved, and which kind of subject must not, operates to produce and maintain certain exclusionary conceptions of who is normatively human: what counts as a livable life and a grievable death?
Judith Butler: Precarious Life. The Politics of Mourning and Violence, 2004
EPILOGUE
1In this quotation from Arendt, the emphasis is on politics, as a result of the Zeitgeist. Nowadays we tend instead to refer to a global constellation of political, cultural and socioeconomic factors – and actors.
2 Arendt’s words in full:
Labor is the activity which corresponds to the biological process of the human body, whose spontaneous growth, metabolism, and eventual decay are bound to the vital necessities produced and fed into the life process by labor. The human condition of labor is life itself.
Work is the activity which corresponds to the unnaturalness of human existence, which is not imbedded in, and whose morality is not compensated by, the species’ ever-recurring life cycle. Work provides an ‘artificial’ world of things, distinctly different from al natural surroundings. Within its borders each individual life is housed, while this world itself is meant to outlast and transcend them all. The human condition of work is worldliness.
Action, the only activity that goes on directly between men without the intermediary of things or matter, corresponds to the human condition of plurality, to the fact that men, not Man, live on the earth and inhabit the world. While all aspects of the human condition are somehow related to politics, this plurality specifically the condition – not only the conditio sine qua non, but the conditio per quam – of all political life.
Hannah Ahrendt (D1906 – 1975 US)
From: The Human Condition 1958
University of Chicago.
3 Paraphrases from an article about Emmanuel Levinas (1906-1995, LI/ FR)
by Levinas expert Jan Keij (NL) in ‘Plaats en voorbij-de-plaats, wonen en tijd bij
Emmanuel Levinas’ in Kunst en Wetenschap, no. 2, 2004.
4 In the collection of essays Precarious Life. The Politics of Mourning and Violence, Butler discusses topical political issues after the events of 11 September 2001 in the US; the manipulative reaction that led to violence.
Judith Butler (USA)
Publisher: Verso, London 2004.
5 […]When the buzzword ‘communication’ was mentioned in an interview, the philosopher Jacques Derrida exclaimed ‘communication does not exist (in the sense of communis, creating communion), there is only convention!’
Jacques Derrida (1930-2004 FR).
The Truth in Painting, trans. Geoff Bennington and Ian McLeod, (Chicago and London: University of Chicago Press, 1987)
6 ‘… the authors of three 19th-century novels (Jane Austen, Emily Brontë, Charlotte Brontë) use health and illness to figure the condition of women in a patriarchal society and manipulate these states to resist and condemn a society which infects its female members. Through illness Austen represents the powerlessness of women legally and economically and cautions against the acceptance of male definitions. E. Brontë displays the ways in which a powerful heroine uses her health to resist confinement; and C. Brontë demonstrates how redundant females are made sick and how acquiescence to society’s definition brings death.
Social deviation is figured as illness, and conversely, illness reveals social disruption.
Secondly all illness turns into a psychological manifestation in which the patient desires and deserves sickness.
Illness as metaphor in the nineteenth-century novel.
Andrea Lebowitz (CAN)
Vanaja Dhruvarajan: Woman, Health, and Well-Being/Les Femmes, La Santé, et Le Être
Publisher: McGill-Queen’s Press – MQUP
Friday 21 September 2007, 15.00 hours
Hester van de Beuken series [twenty-two dolls]
W139 was set up as a temporary ‘care area’, entitled Mensenpark, ‘People Park’. Various agencies that care for the outcasts of our society from different vantage points were represented here.
In addition, Dutch people occupying prominent positions in the world of culture, politics or social provision were invited to actually place the twenty-two dolls in the city. These persons were taken to the drop-off places - in formations of popular and unpopular people - in twenty-two taxis. Each deposited a baby doll at one of twenty-two drop-off places that were chosen on the basis of the posthumous biography of the addict Hester van de Beuken.
Thursday, 21 July 2005, 11.00 hours
Karin Pausch series [sixteen dolls]
The LÜSA’s headquarters were temporarily set up as the meeting point for Unna’s drugs scene. Twelve inmates of institutions and representatives of different agencies belonging to Social Systems and the national health care system represented our society’s Outcast Syndrome.
In addition, persons occupying prominent positions in the world of culture, politics or social provision in the federal state of North Rhine-Westphalia were invited to actually place the sixteen dolls in the city. These persons walked - in formations of popular and unpopular people - to the drop-off places. They deposited one baby doll at each of the sixteen drop-off places that were chosen on the basis of the posthumous biography of the addict Karin Pausch.
The biography collection on the website www.thisbabydollwillbeajunkie.com provides a virtual picture of a constantly growing EUROPEAN OUTCAST COMMUNITY and guarantees that the statements will endure after the dolls have disappeared from the public space.
In the course of the project, it will be possible to make cultural, political and social comparisons between the different countries involved.
A dropping is the placing of THIS BABY DOLL WILL BE A JUNKIE in the public space. The porcelain dolls will be dropped off, separately from one another, in urban areas in the addicts’ home ground, and abandoned to the public without any form of control . The dolls will then be adopted or not , taken away, ignored or destroyed by the city’s inhabitants, passers-by, finders.
If the passer-by ignores the doll, nothing happens.
If the passer-by picks the doll up, the doll will speak her text.
If the passer-by turns the doll over, the addict’s name and year of birth will become visible on the doll’s back.
If the passer-by puts the doll down again, she will stop speaking.
If the passer-by takes the doll home, this baby will have to be adopted as she is.
If the passer-by destroys the doll, her existence comes to an end.
After the disappearance of the dolls from the public space, this series will continue to exist, as part of the international collection of biographies, on a website that is especially created for this purpose: http//:www.thisbabydollwillbeajunkie.com
Intervention in the public space in the city of UNNA
as part of the national memorial day for deceased drug addicts
21 July 2005
An initiative of the national pilot project in the federal state of North Rhine-Westphalia LÜSA (Langzeit Übergangs- und Stützungs- Angebot / Asylum for Junkies) in collaboration with the Unna AIDS Fund.
Event: Thursday 21 July 2005, 10.00 hours
Introduction to the dropping at 11.00 hours, Karin Pausch series [16 dolls]
Ends at 15.00 hours, public drugs scene, city park, Unna
The event will revolve around a review of German drugs policy in 2005
PARTICIPANTS*
M. Makiolla, (politician, national executive North Rhine-Westphalia), W. Bartmann (politician, deputy mayor of the city of Unna), N. Hahn (politician, national executive, welfare), Anabela Dias de Oliveira (social worker, founder and director of LÜSA), Ulrike Trumper (managing director of the AIDS Fund), Martina Fuchs, (managing director, Die Tafel), Heinz-Dieter Edelkötter (director, Youth Care Office), Klaus Küssner (director, social services), Uwe Kutter (politician), Claudia Keuchel (social worker, cultural administration), Gudrun Bürhaus (politician), Jörg-Uwe Pehle (theologian, local church), Heike Gutzmerow (politician, youth care executive), Eugen Zymner (visual artist, Olfen), Ulla Zymner (visual artist, Olfen), Achim Farys (visual artist, Dortmund), David Hofmann (social worker, policy on drug addiction and anonymity), press: Westfalische. Rundschau, Hellweger Anzeiger, Stadtspiegel, Antenne (Radio)
*Unless stated otherwise, all persons listed here represent organisations in the city of Unna and the surrounding area.
CHAIR: Anabela Dias de Oliveira
The dolls/biographies are adopted temporarily by an art institute in a particular city in one of the countries involved.
For each participating art institute, a single national series of THIS BABY DOLL WILL BE A JUNKIE will be placed in the city’s public space, in an area belonging to the usual surroundings of the person concerned. For the dropping, about 100 popular and unpopular representatives of the country - from the worlds of culture, politics, and academia - will be invited to participate, and following from that, to join in a debate on the effectiveness of the visual arts as vehicles of intervention in social issues.
Audio records will be made of each session in the debate, and after the conclusion of the project THIS BABY DOLL WILL BE A JUNKIE these records will be combined in a comprehensive publication.